Winterspiele 2022Deutsche Biathlon-Staffel der Frauen gewinnt überraschend Bronze

Vom Start bis zum Ende eine starke Teamleistung: Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat sich mit der Bronzemedaille belohnt. Schweden marschierte einsam an der Spitze zu Gold.

Deutsche Startläuferin Vanessa Voigt (Foto: Angelika Warmuth/ dpa

Vanessa blieb fehlerfrei und übergab als Führende. Am Ende belegte die Staffel den Bronzerang.

https://www.spiegel.de/sport/olympia/olympia-2022-biathlon-deutsche-frauen-staffel-holt-bronze-a-bf4128a2-1945-436a-8127-0c4e555acec5

 

 

 

 

 

Olympisches Edelmetall auch dank zweier junger Sportlerinnen aus dem Thüringer Wald: Katherine Sauerbrey aus Steinbach-Hallenberg (links) und Victoria Carl aus Zella-Mehlis (zweite von rechts) bejubeln zusammen mit Katharina Hennig und Sofie Krehl (rechts) ihr völlig unerwartetes Silber mit der Langlauf-Staffel. Foto: Thore/Imago

Freies Wort vom 14.02.2022

 

OWS 2022: CHRISTOPHER GROTHEER ERSTER DEUTSCHER OLYMPIA-CHAMPION IM SKELETON!

Yanqing (bsd, hb/11.02.2022) Spiel, Satz und Sieg für Christopher Grotheer bei den Olympischen Spielen in China: GOLD für den 29-jährigen Thüringer. Erst zwei Weltcupsiege, aber zweimal Weltmeister und jetzt Olympia-Champion – was für eine Punktlandung jeweils bei den jüngsten Höhepunkten seines Sports! Für Deutschland ist es die erste Olympia-Medaille bei den Skeleton-Männern überhaupt. ...

Tag zwei begann mit dem neuen Olympiasieger: Die drei deutschen Piloten gingen auf Platz 1 (Grotheer), 2 (Jungk) und 9 (Gassner) top-motiviert in die Entscheidung, heißt Lauf drei und vier. Weltmeister Christopher Grotheer durfte also gleich als Erster in die Bahn und zeigte eine enorm starke, unbeschreiblich ruhige Fahrt – kein Wackler, keine Beinarbeit und eine 1:00:16 im Ziel. Zwischen ihm und seinen zweitplatzierten Teamkollegen vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD), Axel Jungk, klaffte vor dem Finale bereits eine 85 Hundertstel-Lücke, eine Welt. Bei der WM 2020 in Altenberg lagen nach vier Durchgängen am Ende nur zwei Hundertstel zwischen diesen beiden Top-Skeletoni in Schwarz-rot-gold.

 

Durch den auch starken dritten Auftritt von Bahnrekord-Inhaber Grotheer im 1583 Meter langen Eiskanal von Yanqing kam sonst kein Konkurrent an den zweifachen Weltmeister dran – im Gegenteil: Der Vorsprung, auch von Axel Jungk auf Rang 3 (23 Hundertstel), gestaltete sich bereits gewaltig beziehungsweise ordentlich. Vor dem Finale lag der Russe Alexander Tretiakov, Olympiasieger 2014 in Sotschi, auf Bronzekurs (+ 1,08). Wengang Yan aus China lag auf Platz 4 schon 1,13 zurück, Martins Dukurs (5.) 1,15 Sekunden. Alexander Gassner, Dritter des deutschen Teams, lag auf Rang 9 (+ 1,86), im Grunde ohne Chance auf eine Medaille.

 

Grotheer und Jungk ließen nichts mehr anbrennen

Schließlich ließen die beiden Top-Deutschen nichts mehr anbrennen: Christopher Grotheer (BRC Thüringen), am Ende als Letzter in der Bahn, fuhr seinen großen Erfolg souverän nach Hause – 66 Hundertstel Vorsprung blieben am Ende auf Axel Jungk (BSC Sachsen Oberbärenburg) übrig, der seinerseits Silber absicherte – und das nach einer Corona-Infektion kurz vor den Spielen inklusive verspäteter Anreise. Im vierten Lauf reichte Grotheer die sechstbeste Zeit. Bronze ging an den Chinesen Wengang Yan (+ 0,76), der die Medaille mit Laufbestzeit im finalen Durchgang noch knapp vor Alexander Tretiakov (+ 0,98) absicherte.

 

Der überglückliche Sieger im Interview: "Ich finde noch gar keine richtigen Worte. Ich bin unfassbar stolz auf mich und auf alle, die das ermöglicht haben – das Trainerteam, das Umfeld, das Zuhause, die Familie. Ich genieße das einfach nur. Schon der erste Tag war fahrerisch der Hammer. Damit konnte ich die Konkurrenz richtig schocken. Heute war der erste Lauf auch nochmal richtig wichtig, da durfte ich keine Federn lassen. Ich habe mich sicher gefühlt, wollte nochmal einen raushauen, auch das hat geklappt. Wenn dann kein großer Druck da ist, darf man nicht zu locker rangehen. Der letzte Lauf war nicht mehr so gut, unterwegs wusste ich aber, dass es reicht." Grotheer war der einzige der 25 Skeletoni, der die 130 km/h-Marke (zweimal) knacken konnte.

https://www.bsd-portal.de/der-bsd/news/#8912

 

 

 

 

 

Rennrodeln: Junioren-WeltcupMit der Kraft von Hund und Kobra

 
 
Doppelt erfolgreich: Moritz Jäger, 18 (links), und Valentin Steudte, 19, gewinnen in diesem Winter nicht nur den Gesamt-Weltcup, sondern außerdem zwei Medaillen bei der Junioren-WM. Foto: privat
Deutschland und Rennrodeln, das ist eine Erfolgskombination. Das haben die Olympischen Winterspiele in Peking bewiesen. Der hiesige Rodel-Nachwuchs steht dem in nichts nach. Das Doppel Moritz Jäger/Valentin Steudte hat diesen Winter den Junioren-Weltcup gewonnen. Bei der Junioren-WM in Winterberg sprang Bronze und Team-Gold heraus. Das Duo im Interview.
Oberhof - Die deutschen Rennrodler dominieren die Konkurrenz bei den Olympischen Winterspielen in Peking scheinbar mühelos. Die nächste Generation sitzt schon in den Startlöchern. Das Doppel Moritz Jäger/Valentin Steudte vom Rennrodelclub Zella-Mehlis/Rodelteam Suhl hat nach Gold und Silber bei den 3. Olympischen Jugend-Winterspielen in der Schweiz vor zwei Jahren diesen Winter den Junioren-Weltcup gewonnen und ist jüngst bei der Junioren-WM in Winterberg zu Bronze und Team-Gold gefahren. Wir haben beide gefragt, was sie so stark macht.
Herr Jäger, Herr Steudte, das war Ihre zweite Junioren-Saison. 2020 wurden Sie Gesamt-Siebter im Weltcup. Das Jahr darauf fiel die Saison aufgrund der Pandemie aus. Jetzt wurden Sie Erster. Ein ziemlich steiler Aufstieg.

Jäger: Sagen wir mal so: Wir haben abgeliefert und die anderen haben uns noch ein bisschen geholfen.

Steudte: Durch Corona sind ein paar Starter ausgefallen und es haben sich auch ein paar verletzt. Zum Beispiel die Letten Sevics-Mikelsevics/Krasts. Die waren zuletzt bei der WM wieder stark dabei, wurden Erster. Sie hatten sich im Training in Innsbruck verletzt, als sie an die Bande gekommen sind. Dabei hat sich der Obermann drei Außenfuß-Zehen gebrochen.

Jäger: Die Letten hatten so drei Rennen verpasst. Es war also nicht so, dass wir überlegen waren. In den ersten Rennen waren wir nicht so stark, wurden dreimal Dritter. Zum Ende haben wir zweimal Oberhof und Bludenz gewonnen. Das war dann gleichzeitig die Norm für die WM.

Sie dürfen noch zwei Jahre Junioren-Weltcup fahren – immer mit der Option für ganz oben berufen zu werden.

Steudte: Ja, aber das hängt immer davon ab, ob oben Plätze frei sind. Durch die älteren Doppel Eggert/Benecken, Wendl/Arlt, Geueke/Gamm und die zwei jüngeren Orlamünder/Gubitz und Ewald/Jannusch ist schon eine große Dichte da. Da wird es echt schwer anzugreifen.

Wie haben Sie sich persönlich als Team im Junioren-Weltcup entwickelt?

Steudte: Das Team war schon immer gut. Im letzten Winter sind wir – obwohl wir keine Wettkämpfe hatten – die Lehrgänge, die als Weltcups gedacht waren, zum Training trotzdem gefahren. Da macht man in der Vormittagseinheit vier Läufe, nachmittags noch mal drei. Das ist viel, viel mehr als im Weltcup, wo man am Tag nur zwei Trainingsläufe macht – maximal sechs Läufe vor dem Rennen. Das hat echt was gebracht.

Gab es in dieser Weltcup-Saison Rennen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Steudte: Ich fand es cool, dass wir diese Saison in La Plagne waren. Das kannten wir vorher nicht. Die anderen Bahnen sind ja alltäglich für uns, wie ein zweites Zuhause. Aber Frankreich war für uns eine Premiere. Was dort nicht so schön war: Wir sind einmal gestürzt. Das Eis war ziemlich rau. In der ersten oder zweiten Einheit hat es uns einmal rumgedreht. Seitdem sind wir vorsichtig immer weiter ans Limit gegangen.

Jäger: Es ist ja die Olympiabahn von 1992. Die Bahn ist relativ hoch gelegen, circa 1600 Meter. Oben drüber ist ein Bergdorf im Skigebiet. Wir haben quasi auf dem Berg gewohnt.

Herr Jäger, Sie stöhnen gerade. Alles okay mit dem Rücken?

Jäger: Alles gut. Ich will mich nicht beschweren. Ich glaube, es hat einige schon schlimmer getroffen als mich. Es ist immer mal was verspannt.

Steudte: Manchmal fühlt er sich ein bisschen älter als er ist. Ich fühle mich topfit (lacht).

Was sind typische Blessuren, die Rennrodler über die Jahre bekommen?

Jäger: Die Belastung liegt größtenteils auf dem Rücken und dem Nacken.

Steudte: In Sigulda – das ist eine druckvolle Bahn – spürt man die Kräfte in den Seitensträngen. Das ist der Kopf über den Sommer nicht gewöhnt. Daran muss er sich erst wieder anpassen. Das tut dann auch schon weh im Kopf. Zu Beginn der Saison hat man erst mal Kopfschmerzen, aber das legt sich dann auch sofort wieder, wenn der Körper sich angepasst hat.

Bei der WM in Winterberg hatten Sie mit Problemen beim Start zu kämpfen. Wie kam’s?

Steudte: Erst mal muss man sagen: Unsere Gegner sind zwei Jahre älter. Das merkt man auch körperlich. Die Letten waren uns körperlich überlegen, sind beide gefühlt zwei Meter groß. Die haben viel größere Hebel am Start. Das Problem in Winterberg ist: Wir starteten nicht von oben wie üblich, sondern in der Sohle. Das ist erst mal ewig lang gerade. Wir machen da 14 Pinguine. Normal von oben sind drei bis vier. 14 Pinguine, das ist so viel Weg; wenn du da jedes Mal fünf Zentimeter mehr greifen kannst als deine Konkurrenten, dann schlägt sich das einfach in der Startzeit nieder. Die Letten waren sich dessen auch bewusst. Einer kam am Ende zu uns und meinte: „Wenn wir von oben gefahren wären, wärt ihr garantiert vor uns gewesen.“ Unsere Startzeiten haben sich dieses Jahr aber schon gesteigert. Am Anfang der Saison war es manchmal ein Kampf. Ich war sehr ungedehnt. Das haben wir viel, viel besser gemacht. Ich dehne mich jeden Tag. 20 Minuten ungefähr, meistens abends. Das merkt man dann doch schon, auch beim Pinguin. Ich kann jetzt weiter nach vorne, mich auf Moritz mehr drauf lehnen und so beim Pinguin mehr Weg rausholen.

Welche Dehnungsübungen haben geholfen?

Steudte: Wir haben die letzten paar Jahre im Sommer immer Yoga gemacht. Ich suche mir dann Übungen für die Körperstellen aus, wo ich eine muskuläre Disbalance habe.

Was ist die beste Yogaübung für Rennrodler?

Steudte: Da muss jeder selber gucken, wo er seine muskulären Disbalancen hat. Bei mir ist es der untere Rücken. Ich mache zum Beispiel den Hund und als Gegenübung die Kobra. Außerdem setze ich mich mit gestreckten Beinen auf den Boden und versuche, mit den Händen die Füße zu umgreifen.

Jäger: Beweglichkeit in Rücken und Hüfte sind wichtig. Ich mache aber kein Yoga ...

Steudte: Moritz ist von Haus aus beweglich.

Im Doppel reichte es für Sie für WM-Bronze. Mit dem Team wurde es am gleichen Tag noch golden.

Jäger: Da hat es gut funktioniert.

Steudte: Das war auch der schönste Lauf. Jessica Degenhardt hat auf die Russen zwei Zehntel rausgefahren. Nach Florian Müllers Lauf lagen wir dann ein Zehntel dahinter.

Jäger: Wir standen am Start und haben mitbekommen, dass wir hinten dran sind.

Steudte: Wir sind einfach losgefahren. Unten raus hat es mit zwei Zehnteln super gereicht. Ich persönlich sage mir immer vor jedem Lauf: „Du willst jetzt alles schön machen!“ Die Zeit kommt von ganz alleine, wenn es schön ist.

Nach der WM sind sie bei einem B-Kader-Lehrgang mitgefahren. Wie geht es nun für Sie in den nächsten Wochen weiter?

Steudte: Jetzt ist erst mal Schluss. Bei mir steht dann irgendwann auch das Abi vor der Tür.

Jäger: Wir werden aber schon noch Läufe machen.

Steudte: Wir nennen es immer schön: Ausrodeln.

Wenn Valentin dann mit dem Abitur beschäftigt ist, was machen Sie dann? Alleine rodeln?

Jäger: Das eher weniger. Athletiktraining kann ich auch alleine machen.

Herr Steudte, haben Sie Angst, dass Ihr Obermann fremdgeht?

Steudte: Das geht eigentlich gar nicht. Dafür sind wir schon zu lange zusammen auf dem Schlitten. Vier, fünf Jahre sind es schon.

Jäger: Man kann auch nicht jemand anderem sagen: „Du legst dich jetzt einfach drunter! Du musst ja eh nur mitfahren.“ Das ist nicht so. Man ist schon aufeinander abgestimmt.

Steudte: Wir sind über die Jahre wirklich zusammengewachsen. Mittlerweile sind wir auch das zweite Jahr auf dem Zimmer. Das funktioniert alles gut. Wir ergänzen uns echt gut. Mit Moritz kann man kaum streiten.

https://www.insuedthueringen.de/inhalt.rennrodeln-junioren-weltcup-mit-der-kraft-von-hund-und-kobra.58b2b0d5-d50c-4f7f-b362-19dac8a33976.html

 

 

Doppel-Triumph für deutsche Doppel in Yanqing

Yanqing (bsd,lr/09.02.2022) Die schwarz-rot-goldenen Rodel-Festspiele in Yanqing gehen in die dritte Runde: Nach den beiden Goldmedaillen von Johannes Ludwig und Natalie Geisenberger triumphierten auch beim heutigen Doppelsitzer-Rennen die deutschen Duos und sorgten für den zweiten Zweifacherfolg in 24 Stunden. Die Goldmedaille durften sich Tobias Wendl und Tobias Arlt um den Hals hängen, Silber ging an Toni Eggert und Sascha Benecken.

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Das zweite Doppel um Toni Eggert und Sascha Benecken sorgte mit der Silbermedaille für den deutschen Zweifachtriumph, zwei absolut perfekte Läufe zauberten die Thüringer aufs Eis. Nur 0,099 Sekunden trennten sie von der Goldmedaille, stolz können die beiden Dominatoren des vergangenen Winters einmal mehr auf sich sein. Hintermann Benecken hatte im Ziel beim Siegerfoto auch ein paar Tränchen in den Augen.

"Wir haben heute unsere zweite olympische Medaille gewonnen, und darauf können wir sehr sehr stolz sein. Die Bahn ist sehr selektiv, und es gab erstaunlicherweise wenig Probleme. Man hat es ja bei den Frauen gesehen, als zwei Top-Favoritinnen gestürzt sind. Daher galt es heute nicht nur, eine Medaille zu gewinnen, sondern auch die haarigen Stellen zu meistern und geradeaus ins Ziel zu kommen", erzählt Eggert im Ziel. Auf die Frage, wo denn der minimale Rückstand geblieben sei, antwortet Benecken: "Wir können unsere Läufe unterschreiben, konnten im zweiten Lauf nochmal eine Schippe drauflegen, und dass die Tobis das dann durchziehen, da muss man den Hut davor ziehen. Das war keine einfache Situation. Und wir haben Silber definitiv gewonnen, und nicht Gold verloren."

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https://www.bsd-portal.de/sport/rennrodeln/news/#8888