Thüringer Festspiele am Grenzadler

Mit zehn Siegen haben die Thüringer Skilangläufer beim Deutschlandpokal in der Skiarena am Oberhofer Grenzadler bei Schneeregen, Wind und Nebel überzeugt. Auf tiefem Geläuf gewannen die Lokalmatadore am Samstag fünfmal beim im klassischen Stil ausgetragenen Nordic Cross über 1,4km. Lisa Lohmann (Oberhof) holte den Titel bei den Frauen/Juniorinnen. In der Altersklasse U18 gab es einen Thüringer Vierfacherfolg, der Sieg ging an Lara Dellit (Asbach). Eine Jahrgangsstufe tiefer lag Fabienne Schlegelmilch (Goldlauter-Heidersbach) vorn, ihr Zwillingsbruder Felix war schnellster Läufer der Altersklasse U16. Im männlichen U18-Jahrgang gewann der Oberhofer Sportgymnasiast Max Kermer aus Hasselfelde.

In den Freistil-Rennen am Sonntag setzte sich Kermer erneut durch, in der weiblichen U16 triumphierte Alexandra Otto (Bad Liebenstein) über 5km. Die 7,5 km der Altersklasse U18 gewann Helen Hoffmann vom WSV Oberhof 05. Der Tagessieg bei den Männern über 15 km ging an Marius Cebulla vom SWV Goldlauter-Heidersbach, bei den Frauen über 10 km war Katherine Sauerbrey (Steinbach-Hallenberg) nicht zu stoppen.

Text:uj, Foto: Gerhard König

Freies Wort vom 09.03.2019

 

Der Nachwuchs geht auf die Zielgerade

Oberhof/Finsterau –Heimspiel kurz vorm Finale: Die besten deutschen Nachwuchslangläufer treffen sich an diesem Wochenende in Oberhof, um die siebte und vorletzte Runde des Jugendcups des Deutschen Skiverbandes und Deutschlandpokals auszufechten. Die Wettkämpfe der Altersklassen U16 bis zu den Damen und Herren in der Oberhofer Ski-Arena gehen über zwei Tage.

Am Samstag steht ein Nordic Cross-Sprint in der klassischen Technik auf dem Programm, um 9.30 Uhr beginnt die Qualifikation und ab 10 Uhr folgen die Ausscheidungsrennen bis zu den Finals. Bei diesem Wettkampf ist nicht nur Schnelligkeit gefragt, sondern hier können die Skieleven im mit vielen Hindernissen gespickten 1,3-Kilometer-Parcours zeigen, inwieweit sie ihre Arbeitsgerätebeherrschen.

Am Sonntag folgt mit dem Einzelstartrennen in der freien Technik Wettkampf Nummer 19 von 20 der nationalen Cup-Serie. Beginn ist um 9 Uhr in der Ski-Arena.

Aus Thüringer Sicht gibt es einige heiße Eisen im Feuer: So liegen nach 17 Wettkämpfen die Schlegelmilch Zwillinge vom ausrichtenden Ski- und

Wanderverein Goldlauter-Heidersbach im Gesamtranking auf den Plätzen drei (Fabienne/U16) und vier (Felix/U16). Auf der sechsten Station des Deutschlandpokals in Finsterau im Bayerischen Wald gewann Fabienne Schlegelmilchüber fünf Kilometer klassisch und wurde Dritte über 7,5 Kilometer Freistil.

Noch weiter vorn sind bei den Junioren Jacob Walther (Erfurt) und Lisa Lohmann (Oberhof) als Cup-Führende sowie Jan-Friedrich Doerks (SC Motor Zella- Mehlis/U18) und Helen Hoffmann (Oberhof/U18) auf momentan Rang zwei. In Finsterau war Lisa Lohmann gleich zweimal siegreich: Über zehn Kilometer klassisch und im Skating-Verfolgungsrennen über 15 Kilometer. Der Zella-Mehliser Jan-Friedrich Doerks erreichte über zehn Kilometer klassisch und im Freistil jeweils Platz eins. ke/uj

Freies Wort vom 08.03.2019

 

 

Thüringer Rennrodler räumen kräftig ab

Oberhof – Mit der deutschen Meisterschaft in Oberhof stand für die Nachwuchsrennrodler in den Altersklassen Junioren und Jugend A nach einer erfolgreichen Saison der letzte Höhepunkt auf dem Programm. Dabei setzten sich die Thüringer Talente stark in Szene. Merle Fräbel (RT Suhl) ließ sich bei den A-Jugendlichen den Titel nicht streitig machen. Platz drei ging an Vereinskollegin Elisa Storch. Bei den männlichen A-Jugendlichen wurde Nico Baum, der ebenfalls für das Rodelteam Suhl startet, Dritter.

Für eine Überraschung sorgte das Doppel Sarah Hörnlein/Elia Krause (RC Ilmenau), das sich den Titel sicherte. Schnellste Junioren-Doppelsitzer waren Moritz Jäger/Valentin Steudte (RRC Zella-Mehlis/RT Suhl).

Spannend ging es bei den Junioren zu. Am Ende setzte sich Florian Müller (WSC Oberwiesenthal) mit 0,027 Sekunden gegen David Nößler (RSV Schmalkalden) durch. Bei den Juniorinnen gelang Jessica Degenhardt (Altenberg) ein klarer Sieg. Scw

Freies Wort vom 02.03.2019

 

 

Fünffach-Triumph durch junge Rennrodler

Oberhof – Der jüngste Nachwuchs beendete im Oberhofer Eiskanal den nationalen und Thüringer Meisterschaftsreigen der Rennrodler: Dabei setzten sich Thüringens 10/11-jährige Kufensportler noch einmal stark in Szene und feierten bei den Mädchen durch Sarah Marie Pflaume (Schmalkalden), Josephine Buse (Manebach), Wencke Stief (Ilmenau) und Leoni-Lisann Büchner (Sonneberg-Schalkau) sogar einen fünffachen Erfolg. Bei den Jungen erkämpfte der Vorjahressechste Jannes Degenhardt (Dresden) den Titel vor Sebastian Horstmann (Königssee) und Robin Trettner (Zwickau). Für das beste Thüringer Ergebnis sorgte Robin Theile vom RC Ilmenau als Vierter. Stark trumpften die Thüringer Nachwuchspiloten im Teamwettbewerb auf. Und erkämpften durch Josephine Buse, Jos Heinemann, Sarah Marie Pflaume und Luca Theile den Mannschaftssieg. Thüringen II landete einen Platz dahinter. Scw

Freies Wort vom 04.03.2019

 

 

Die Sieger sächseln

Es ist wie ein PISA-Test im Sport: Wer sind die besten Schulen Deutschlands? Seit dem Winterfinale des größten Schulsportwettbewerbs der Welt, Jugend trainiert für Olympia, im Allgäu weiß man: Thüringen ist vorne mit dabei.

Udo Recknagel muss den sprichwörtlichen Hut ziehen. Vor seinen Schützlingen, aber vor allem vor den Sachsen aus Oberwiesenthal. Bei den Jungs vorne, bei den Mädchen vorne. Mehr war beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia im Langlauf nicht zu holen. „Im Jahrgang 2004 hat Oberwiesenthal eine relativ starke Truppe stehen, haben immer drei Läufer unter ersten Sechs bei den Jungs im Schülercup. Da haben wir nur Tom Emilio Wagner. Und auch im Jahrgang 2005 haben sie zwei gute Leute“, sagt der Thüringer Langlauf-Landestrainer. Dass die Oberwiesenthaler deutlich stärker sein werden, habe sich bereits früh, beim Einzelwettbewerb, angedeutet.

Sechs Sekunden fehlen

Aber der Thüringer Langlauf-Landestrainer wäre nicht der Chef im Freistaat, wenn er nicht auch äußerst stolz auf seine Truppe vom Oberhofer Sportgymnasium wäre, mit der er auch in Nesselwang im Allgäu fast routinemäßig um den Sieg mitgefahren ist. Während den Jungs in der Wettkampfklasse (WK) III der Klassenstufen sieben und acht beinahe eine Minute auf die Eliteschule des Wintersports in Sachsen fehlen, verpassen Emily Herrnkind, Nelly Hartwig, Luise Gräf, Elena Weyh, Helena Herrmann, Michelle Liebaug und Emilia Hörold die Wiederholung des souveränen Siegs von 2018 in diesem Jahr um Haaresbreite.

Sechs Sekunden hätten die Mädchen in der Staffel herauslaufen müssen, um Oberwiesenthal noch abzufangen. Oberhof will es deshalb noch einmal wissen, versucht sich immer wieder mit Antritten von den Sächsinnen abzusetzen. Das gelingt. Die Thüringerinnen holen im Staffelrennen die absolute Bestzeit. Doch die reicht nicht, weil sich in den Techniksprint-Einzelrennen zuvor zu viele Fehler eingeschlichen hatten – oder wie es Udo Recknagel analysiert: Beim Techniksprint, einem Hindernisparcours, waren einige „zu mutig, zu risikofreudig“. Ein paar der Läuferinnen stürzten. Helena Herrmann fällt sogar so schwer auf einen ihrer Daumen, dass der am nächsten Tag blau ist. „Aber er war nur verstaucht, nicht kaputt“, kann Recknagel beruhigen. Ein Arzt darf selbstverständlich auch bei Deutschlands Klein-Olympia nicht fehlen.

Und auch für den männlichen Nachwuchs kann Udo Recknagel ein Stück weit beruhigen: Vor einem Jahr reichte es für Platz drei, diesmal für Rang zwei. „Wir haben also eine steigende Tendenz bei unseren Jungs.“ Und auch Oberwiesenthal sei zu schlagen. „Unsere Jungs haben körperlich noch etwas Zeit. Oberwiesenthal ist uns da noch überlegen.“ Das gilt auch für die zweite Wettkampfklasse, die WK IV. Auch im Feld der Fünft- und Sechstklässler führt die Eliteschule des Wintersports aus Sachsen das Feld aus 26 Schulen an. Das Sportgymnasium Oberhof fehlt in der Liste. Eine ganz bewusste Entscheidung. Denn so haben auch Schulen, die auf dem Papier nie mit den Spezialschulen mithalten könnten, eine Chance, sich über den Landesentscheid für das Bundesfinale zu qualifizieren.

Zaubern in der Garage

So wie das Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium Zella-Mehlis, das zum dritten Mal in Folge beim Langlauf-Finale des größten Schulsportwettbewerbs der Welt antreten durfte. Immer wieder ist die Mini-Olympiade für nicht-spezialisierte Schulen eine Herausforderung. Wo bei den Sportgymnasien der betreuende Lehrer auch das Handwerk des Skiwachsens beherrscht, geht es in den „normalen“ Schulen kaum ohne Fachkräfte-Unterstützung aus den Vereinen. Zella-Mehlis’ Sportlehrer Heiko Forbrich hat ebendarum für die dritte Teilnahme noch einen Wachs-Experten mehr mit ins Auto gepackt – seinen eigenen Sohn Tom Forbrich. Früher selbst als Kombinierer am Sportgymnasium ging Forbrich junior „Superwachser“ Olaf Schmidt zur Hand.

Was gar nicht so einfach war. Denn wenn den Bayern etwas am Herzen liegt, dann ihre Natur. „Offiziell war Wachsen deshalb nur im großen Gebäude am Wertstoffhof erlaubt“, erzählt Heiko Forbrich und schmunzelt. Denn: Lange dauerte es nicht und die ersten Wachsexperten (die Hessen!) hatten ihren Wachsbock in Streckennähe aufgebaut. Der Rest der Teams folgte auf dem Fuß. „Eigentlich alles illegal“, sagt Forbrich senior, „aber wer vorne mitlaufen will, muss kurz vorher wachsen.“

Bis kurz vorm Start wird am perfekten Ski gewerkelt. Zella-Mehlis erreicht das selbst gesteckte Ziel, eine Top-Ten-Platzierung. Loris Theilig, Carolin Fehringer, Julius Jahns, Saskia Sickel, Phil Recknagel und Paula Hommel werden im bundesweiten Vergleich Gesamt-Neunte und damit neben Ruhla die einzige Thüringer Schule unter den besten Zehn.

Hallo, Herr Hannawald

Blieben zum Schluss noch die Skispringer, die das Thüringer Ergebnis im Allgäu versilberten. Team Beerberg landete auf Platz zwei, Team Inselsberg auf fünf. Bester Thüringer Springer auf dem 20-Meter-Bakken in Bad Faulenbach: Thor-Arne Koch vom SCM Zella-Mehlis. Wie schon im Vorjahr – bei seiner Bundesfinal-Premiere – fliegt der Zehnjährige im Einzelspringen auf Rang vier.

Und doch flog hier wohl auch ein bisschen Wehmut mit, denn für Koch hieß es zum letzten Mal Jugend trainiert für Olympia. Zumindest im Skispringen. „Ich könnte noch mal beim Langlauf mitmachen“, weiß der Kombinierer. Aber anders als beim Skispringen sind die Langläufer nicht automatisch qualifiziert. Thor-Arne Kochs Schule, das Gymnasium in Suhl, müsste sich mit Zella-Mehlis, Ruhla und Co. um die beiden ersten Plätze streiten. Aber Koch ist guter Dinge: „Es sind jetzt sechs Langläufer in meiner Klasse; und ich und nächstes Schuljahr kommen noch ein paar Langläufer dazu.“ kt/jgh

Volles Risiko: Mehr als 800 Wintersport-Talente aus ganz Deutschland kämpfen beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia in Nesselwang für ihre Schule. Mittendrin, die Langlauf-Mädchen vom Sportgymnasium Oberhof umHelena Herrmann vom Ski- und Wanderverein Goldlauter-Heidersbach. Fotos (3): sampics

Freies Wort vom 02.03.2019